Ratgeber, Lexikon, Nachrichten: 8 deutschsprachige Plattformen, die über medizinisches Cannabis informieren

Wer sich über medizinisches Cannabis informieren möchte, findet in Deutschland mehrere Plattformen mit Ratgebern, Lexika, Magazinen und Marktberichten. Die acht Angebote unten unterscheiden sich in Format, Umfang und Tiefe. Gemeinsam ist ihnen allen, auch den größeren Angeboten, dass sie Orientierung bieten und keine ärztliche Beratung ersetzen. Die Liste beschränkt sich auf deutschsprachige Angebote und ordnet sie nach der Breite des Informationsangebots, CannGo bietet seine Seite zusätzlich auf Englisch. Alle Zahlen stammen von den Anbietern und wurden nicht unabhängig geprüft, wo ein Wert fehlt, steht „Nicht angegeben“, und ob Inhalte sachlich richtig sind, bewertet diese Übersicht nicht.

Schnellauswahl für die Suche nach Hintergrundwissen

  • weed.de: Lexikon, Wissensbereich mit datierten Artikeln, Quellenliste
  • flowzz: Sortendatenbank, Terpen-Ratgeber, Marktbericht
  • DrAnsay: Magazin, E-Books, Umfragebericht
  • Grünhorn: Artikel und Podcast der GH Academy

Anbieter

Format

Umfang laut Anbieter

Besonderheit

weed.de

Lexikon, Wissensbereich

2.618 Sorten, datierte Artikel

Quellenliste, THC-Rechner

CannGo

Ratgeber

Rechtslage, Kosten, Darreichungsformen

Seiten für zehn Städte

5Swan

Blog, Informationsseiten

Nicht angegeben

Video-Betreuung

MedCanOneStop

Datenbank, Community, Webinar

Über 1.400 Produkte

Bewertungen mit Punkten

flowzz

Datenbank, Ratgeber, Marktbericht

Nicht angegeben

Top-Ten-Listen

Bloomwell

Inhaltsbereiche

Terpene, Sorten, Kosten

Gutachtenservice

DrAnsay

Magazin, E-Books

Bericht „Cannabis-Kompass“

iOS-App

Grünhorn

Artikel, Podcast

Nicht angegeben

Laborwerte laut Apotheke

Vom Lesen zur Rezeptanfrage: der übliche Ablauf

Wer sich eingelesen hat, steht oft vor der Frage, wie es weitergeht und was als Nächstes zu tun ist. Der Ablauf folgt meist vier Schritten. Zuerst gibt der Patient seine Daten und Beschwerden an, in einem Fragebogen oder in einem Videogespräch. Dann prüft ein Arzt die Angaben und entscheidet, ob er eine Verordnung ausstellt. Bei einer Zusage geht ein E-Rezept an die Apotheke, schließlich holt der Patient das Medikament ab oder lässt es liefern.

Die Plattformen unterscheiden sich darin, wie viel davon sie selbst anbieten, und auch darin, wie gut sich der Weg vom Lesen zum Handeln beschreiben lässt. weed.de, CannGo, 5Swan, MedCanOneStop, Bloomwell und DrAnsay führen auch die Rezeptanfrage, flowzz verweist auf andere Anbieter, Grünhorn gibt als Apotheke ab. Ein Rezept garantiert keine von ihnen, und Informationen ersetzen nicht das Gespräch mit dem Arzt. Für Patienten mit einem Privatrezept gilt zudem: Honorar und Medikament zahlen sie selbst, getrocknete Blüten erstattet die gesetzliche Krankenversicherung nicht, bei privaten Versicherern entscheidet der Vertrag. Planen Sie außerdem Zeit für Unterlagen ein, denn mehrere Anbieter verlangen einen Ausweis, einzelne zusätzlich Befunde.

1. weed.de

Der Wissensbereich von weed.de enthält datierte Artikel, darunter Erklärtexte zu Terpenen und Cannabinoiden, ein THC-Rechner ergänzt ihn. Die Patientenseite führt eine Quellenliste, das Lexikon enthält 2.618 Sortenbeschreibungen, 153 Hersteller und Marken sind gelistet.

Die Inhalte stehen neben einem Preis- und Bestandsvergleich über 251 Apotheken, einer Karte mit Apotheken, Ärzten und CBD-Shops und der Möglichkeit, eine Rezeptanfrage zu stellen. weed.de ist selbst weder Arzt noch Apotheke, Ärzte mit Approbation aus Deutschland oder dem EU-Ausland prüfen die Anfragen.

Wer die Informationen nutzen will, braucht zum Lesen kein Konto: Der Wissensbereich lässt sich lesen, bevor eine Anfrage nötig wird. Das Unternehmen dahinter sitzt in Berlin, es spricht von mehr als 21.000 Nutzern, Trustpilot zeigt 4,4 bei 59 Bewertungen.

  • Anfragen jederzeit, Apps für iOS und Android
  • Hilfe-Center, Zahlung über Adyen
  • Arztsuche für Praxistermine

Preise: Der Fragebogen kostet 9,95 €, das Video 29,90 €.

2. CannGo

CannGo bietet Ratgeber zu Rechtslage, Kosten und Darreichungsformen. Die Inhalte stehen auf Deutsch und Englisch. Dazu kommen Seiten für zehn Städte und ein Live-Bestand aus über 350 Apotheken mit mehr als 1.400 Blüten, im Preisvergleich starten Blüten bei 2,69 € pro Gramm plus Versand.

Die Rezeptanfrage läuft über einen Fragebogen mit Identitätsprüfung, ein Gespräch folgt auf ärztliche Anforderung. Das Honorar wird bei Ablehnung erstattet. Die Seite weist selbst auf Abhängigkeitspotenzial und Fahrtüchtigkeit hin und zeigt LegitScript- und PCI-Siegel.

Die Ärzte sind approbiert, im Preisblock aus Deutschland und der EU. Ausgestellt werden ausschließlich Privatrezepte, ein gültiger Ausweis ist nötig, die Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle. Zahlungen laufen per Mastercard, Visa, Apple Pay, Google Pay oder Klarna.

  • Folgeanfragen über ein Dashboard
  • Support per E-Mail und Telegram-Community
  • Wertung bei Trusted Shops: 4,79

Preise: 14,99 € pro Anfrage, Blüten im Preisvergleich ab 2,69 € pro Gramm plus Versand.

3. 5Swan

5Swan führt einen Blog und Informationsseiten zu Themen rund um die Behandlung. Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, und sie sind für die Vorbereitung gedacht, nicht für die Entscheidung im Einzelfall.

Der Kern des Angebots ist ein Videoerstgespräch von 25 Minuten mit einem benannten Arzt, mehrere Ärzte werden namentlich genannt, nach kostenloser Registrierung und einem kurzen Fragebogen. Die Ärzte besitzen laut Unternehmen eine deutsche Approbation, abgerechnet wird privat, Kassen zahlen nicht, weil die Ärzte nicht niedergelassen sind.

Angesprochen sind Patienten mit länger als drei Monate bestehenden Beschwerden. Die Apotheke Ihrer Wahl erhält das Rezept elektronisch, geliefert wird nach Anbieterangabe binnen weniger Tage. Das Unternehmen nennt mehr als 2.500 Patienten und über 20.000 Rezepte, das sind Eigenangaben.

  • Folgetermine per Video
  • Online-Kalender
  • Nur online

Preise: Zwischen 25 und 65 € pro Termin laut FAQ der Startseite.

4. MedCanOneStop

MedCanOneStop bündelt Informationen in einer Datenbank mit Erfahrungsberichten zu Produkten und Apotheken, einer Community, in der Mitglieder Punkte sammeln, und einem Webinar zum Thema Führerschein mit Dr. Grotenhermen, das das Informationsangebot um einen Termin mit Expertenbezug erweitert. Die Datenbank umfasst über 1.400 Produkte.

Ein Kostenrechner stellt über 550 Apotheken gegenüber. Die Anmeldung ist vor dem Fragebogen Pflicht, danach wählen Patienten einen kooperierenden Arzt aus Deutschland oder der EU. Mit „OneStop“ bezahlen Patienten Honorar und Medikament zusammen.

Der Betreiber sitzt in Düsseldorf, die Server stehen nach eigenen Angaben in Deutschland. Auf Trustpilot erreicht die Plattform 4,9 Punkte aus 1.223 Bewertungen, auf Google 4,9 aus 3.246. Das Honorar wird zunächst nur vorgemerkt und bei Ablehnung zurückgegeben.

  • Apps für iOS und Android
  • Kontakt per Formular, Telegram und Instagram
  • Patientenausweis nach dem dritten Rezept kostenlos

Preise: Eigenanteil ab 8,16 €, Video ab 32,62 €, angezeigt werden 14,99 €.

5. flowzz

flowzz ist ein Informationsportal mit Sortendatenbank, Terpen-Ratgebern und einem Marktbericht. Dazu kommen Top-Ten-Listen und Preisalarme per Newsletter. Die Nutzung ist kostenlos, Preise und Verfügbarkeit werden in Echtzeit verglichen, Informationen zu Produkten reichen von Blüten bis zu Verdampfern.

Die Plattform führt ein Verzeichnis von über 20 Telemedizinanbietern, darunter weed.de, DoktorABC, Bloomwell, Telecan, DrAnsay und CannGo, und Listen von Ärzten nach Städten. Sie selbst stellt keine Rezepte aus, ihre Inhalte stützen sich laut Portal auf Nutzerberichte.

Preise für Blüten nennt die Seite ab rund 3 €, die Angaben in Beschreibung und Banner weichen leicht ab. Ein Badge des Deutschen Hanfverbands ist eingebunden, das ist eine Angabe des Portals. Zu Honoraren für Rezeptanfragen und zum Ablauf macht die Startseite keine Angaben.

  • Produktseiten zu Blüten, Extrakten, Esswaren und Verdampfern
  • Community-Registrierung
  • Honorar für Rezeptanfragen nicht genannt

Preise: Nutzung kostenlos, Honorare für Rezeptanfragen nicht genannt.

6. Bloomwell

Bloomwell stellt Inhaltsbereiche zu Terpenen, Sorten, Erkrankungen und Kosten bereit. Dazu kommen ein Gutachten- und Formularservice und ein Zubehörshop. Ein WhatsApp-Kanal informiert über Neuigkeiten.

Die App führt Fragebogen, Rezeptanfrage und Bestellung zusammen, der Live-Bestand zeigt über 800 Blüten samt Preisvergleich, Nutzer wählen zwischen einer Rezeptanfrage und einem kurzen Online-Termin. Das E-Rezept läuft über D-Trust, die Plattform nennt Frankfurt am Main als Sitz.

Geliefert wird per DHL oder DHL Express oder per Abholung, bezahlt wird per Google Pay, Apple Pay, Klarna oder Karte. Das Honorar der Anfrage entfällt zeitweise im Rahmen einer Aktion, die Ärzte nennt die Startseite mit mehr als 65 ohne den Ort der Zulassung.

  • Hotline mit 0800-Nummer
  • Partnernetz mit mehr als 30 Apotheken
  • Rechnung für Privatversicherte auf Anfrage

Preise: Normalerweise 25,22 € für die Anfrage, 28,25 € für ein Folgerezept.

7. DrAnsay

DrAnsay veröffentlicht ein Magazin, E-Books und einen Bericht namens „Cannabis-Kompass“, der auf einer Umfrage mit 1.000 Teilnehmern beruht. Die Ergebnisse sind Angaben des Anbieters und kein unabhängiger Befund.

Neben Cannabis deckt DrAnsay weitere Fachbereiche ab, eine iOS-App gehört dazu, und die Plattform nennt über drei Millionen Behandlungen als Eigenangabe. Den Fragebogen sichtet ein Arzt oder eine Ärztin, ein Videogespräch ist freiwillig, das Cannabis-Honorar nennt die Startseite nicht.

Bewertungsdaten der Seite tragen ein älteres Datum, eine Preisgarantie wird mit Sternchen erwähnt, die Bedingungen erläutert die Startseite nicht. Namen und Zulassungsland der Ärzte fehlen dort ebenfalls.

  • Norm ISO/IEC 27001:2022 laut Seite
  • Lieferung in zwei bis vier Tagen oder Abholung
  • Zahlung per Karte oder Klarna

Preise: Honorar nicht angegeben, Bewertungen der Seite mit älterem Datum.

8. Grünhorn

Die GH Academy von Grünhorn bietet Artikel und einen Podcast. Dazu kommen Laborwerte der Partnerapotheke, die Terpenwerte laut eigener Angabe im eigenen Labor misst. Ein Blütenfinder nutzt THC- und CBD-Werte sowie das Terpenprofil, die Werte können laut Apotheke von Herstellerangaben abweichen.

Grünhorn ist eine Apotheke und stellt keine Rezepte aus, es verweist auf Ärzte und Telekliniken und bietet eine Arztsuche. Die Ware kommt per DHL, der Versand kostet 5,99 €, solange der Warenwert unter 149,99 € liegt, abgeholt wird nicht.

Wer ein E-Rezept hat, lädt es hoch, Papierrezepte kommen per Post. Die Plattform gehört zu einer Leipziger Partnerapotheke und steht im Register der Online-Apotheken, gezahlt wird per Karte, Klarna oder Rechnung.

  • Buchbare pharmazeutische Beratung
  • Patientenausweis kostenlos
  • Erfahrung laut Gruppe seit 2020

Preise: Kein Honorar, Versand 5,99 € bei Warenwert unter 149,99 €.

Häufige Fragen

Die folgenden Antworten fassen zusammen, was sich aus den veröffentlichten Angaben der Anbieter ergibt.

Welche Plattform bietet ein Lexikon zu Sorten und Cannabinoiden?

weed.de führt ein Lexikon mit 2.618 Sorten, flowzz eine Sortendatenbank. Beide ersetzen keine ärztliche Beratung.

Gibt es Nachrichten zu medizinischem Cannabis?

Aktuelles finden Sie in datierten Artikeln bei weed.de, im Marktbericht von flowzz oder im Magazin von DrAnsay. Eine eigene Nachrichtenredaktion nennt keine der Plattformen auf ihrer Startseite, wer tagesaktuelle Meldungen sucht, sollte das bedenken, die Beiträge sind teils als Ratgeber, teils als Magazin gestaltet.

Sind die Inhalte als ärztlicher Rat zu verstehen?

Nein. Die Plattformen betonen teils ausdrücklich, dass ihre Inhalte keinen ärztlichen Rat ersetzen, flowzz etwa weist darauf hin, dass seine Angaben auf Nutzerberichten beruhen. Ob eine Verordnung infrage kommt, entscheidet der Arzt nach Ihren Angaben.